Zahl der Ärztepleiten 2008 stark rückläufig
Nur 165 Praxisinsolvenzen im ersten Jahr der Finanzkrise

23.03.09 (AEP) - So richtig passt diese Meldung nicht in die ärztliche Wahrnehmung der eigenen finanziellen Situation: 2008 sind gerade einmal 165 Arzt- und Zahnarztpraxen in die Insolvenz gegangen. Das ist ein Viertel weniger als 2007 - und im Vergleich zu anderen Unternehmen muss die Arztpraxis als bombensicher gelten.

Die ohnehin niedrige Zahl der Insolvenzen bei Arztpraxen ist laut Informationen der Zeitschrift "Der Spiegel" im letzten Jahr noch einmal deutlich gesunken. Genau 165 Praxen gingen Pleite - gegenüber 223 im Jahr zuvor. Dabei sind sogar die Zahnärzte noch mitgezählt.

Der Rückgang beträgt damit stattliche 25 Prozent. Bei den Facharztpraxen, so die Berichterstattung des "Spiegels", lag das Minus sogar bei 39 Prozent. Die Zeitschrift hat diese Zahlen von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Der Berufsstand der Ärzte ist damit deutlich seltener von Insolvenz betroffen als andere Unternehmer. Auf 10.000 Arzt- und Zahnarztpraxen kommen in Deutschland lediglich 24 Insolvenzfälle. Als Vergleichswert für die Gesamtmenge aller Unternehmen nennt die Zeitschrift 96 - damit liegt das Pleite-Risiko eines Arztes viermal niedriger als das eines anderen Unternehmers.

Schmidt will RLV-Regeln weiter vereinheitlichen

Der Honorarkampf tobt derweil mit unverminderter Heftigkeit weiter. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) warb Ende letzter Woche für einen Ausgleich zwischen den Regelleistungsvolumina (RLV) und den freien Leistungen. Es könne nicht sein, dass manche Arztgruppen 80 Prozent ihres Honorars aus dem einen Bereich erhalten, während es bei anderen genau umgekehrt sei.

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) kommentierte die Äußerungen Schmidts mit Genugtuung. Bayern fordere seit Wochen einen Ausgleich, ließ er die Bundesministerin wissen. "Es ist ein Eingeständnis des Scheiterns der Honorarreform. Die Ministerin muss die Umverteilungsmöglichkeiten jetzt rasch und rechtlich sauber umsetzen."

Quelle: chy / dpa / aerztlichepraxis.de
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